Wissen · Strom & Sicherheit

Stromversorgung im CB-Funk

13,8 V, Netzteil, Sicherungen und Leitungen richtig dimensionieren

Ein Funkgerät braucht stabile Spannung – Probleme entstehen häufig durch zu schwaches Netzteil, zu dünne Kabel, lange Leitungen, schlechte Kontakte, Spannungsabfall oder störende Schaltnetzteile. Diese Seite beantwortet: Welche Spannung braucht das Gerät? Wie hoch ist der maximale Strom? Wie lang und dick ist die Leitung? Wie groß ist der Abfall unter TX-Last? Ist die Leitung passend abgesichert? Stört die Versorgung selbst?

12 V oder 13,8 V?

Herstellerbereich schlägt Faustformel.

„12-V-Funkgerät“ bedeutet meist Betrieb im typischen KFZ-/Funkspannungsbereich. Viele Geräte sind für etwa 13,8 V Nennspannung ausgelegt – historisch an Bordnetz-/Ladespannungen orientiert und in der Funktechnik üblich. Aber: Nicht jedes Gerät muss exakt 13,8 V bekommen – maßgeblich ist immer der Herstellerbereich des konkreten Geräts.

Netzteil nach TX-Spitzen dimensionieren

Empfang ist sparsam – Senden zählt.

Stromaufnahme verstehen

  • Empfang: geringe Stromaufnahme
  • Senden: deutlich höher – das Netzteil muss TX-Spitzen sicher liefern
  • Herstellerangabe verwenden: Braucht das Gerät maximal X A, muss das Netzteil diesen Wert zuverlässig liefern – nicht aus Sendeleistung allein schätzen (keine erfundenen Geräteströme)
  • Reserve sinnvoll, aber keine übertriebenen Pauschalregeln (etwa 200 %); Peak-Angaben nicht als Dauerstrom lesen; Dauerlast-, Temperatur- und Lüftungsangaben der Hersteller beachten

Rechenprinzip (keine Kaufempfehlung): Gerät braucht max. 5 A → Netzteil mit etwas Reserve wählen. Bei Labornetzteilen CV/CC beachten: Wird beim Senden die Strombegrenzung (CC) aktiv, ist das Netzteil zu knapp eingestellt/dimensioniert.

Mehrere Geräte & Netzteiltypen

  • Summenstrom: Igesamt = I1 + I2 + … – nur gleichzeitig laufende Geräte zählen; senden mehrere theoretisch gleichzeitig, Summe entsprechend auslegen; saubere DC-Verteilung mit passend abgesicherten Abgängen
  • Schaltnetzteil: leicht, effizient, kompakt – kann bei schlechter EMV HF-Störungen erzeugen (Funkstörungen →, Akku-Test zur Diagnose)
  • Lineares Netzteil: schwerer, meist weniger Schaltstörungen – aber nicht automatisch störungsfrei (Brumm, Regler, Masseführung möglich)
  • Billige Labornetzteile nicht pauschal verdammen – Stromlimit, HF-Verhalten, Dauerlast und Regelung prüfen; Abstand zum Funkgerät kann bei störendem Netzteil helfen, löst aber nicht allein

Spannungsabfall: U = I × R

Bei Gleichstrom zählt die gesamte Schleife.

Warum Spannung einbricht

Jeder Strom über Leitungswiderstand erzeugt Abfall. Der Widerstand hängt von Länge, Querschnitt und Material (hier: Kupfer) ab – und bei 5 m Entfernung zum Netzteil beträgt der elektrische Weg schnell 10 m (Hin- und Rückleiter).

Typisches Symptom: Im Empfang alles okay, beim Senden wird das Display dunkler, das Gerät startet neu, Leistung fällt oder Modulation wird instabil – dann Spannung direkt am Funkgerät unter TX-Last messen (nicht nur Leerlauf am Netzteil; nur sichere DC-Messung, keine Netzspannung für Laien).

Orientierung statt Naturgesetz: Für Funkgeräte kann bereits kleiner Abfall störend sein – Herstellerbereich beachten, keine harte „max. 3 %“-Regel als Gesetz. Verlustleistung P = I² × R erklärt warme Kontakte.

Querschnitt, Kontakte, Beispiel

  • Je höher Strom und Länge, desto größer typischerweise der Querschnitt – keine Einheitsgröße für alle Setups
  • Kontakte prüfen: Schraubklemmen, Sicherungshalter, Steckverbinder, Korrosion – schlechter Kontakt ist Widerstand (Erwärmung, Abfall, Instabilität)
  • Rechenbeispiel (Annahmen gekennzeichnet, kein Standardsetup): 4 A über 2× 5 m Kupfer mit 2,5 mm² verhalten sich deutlich anders als dieselbe Strecke mit 0,75 mm² – Leitungsweg immer komplett (hin + zurück) ansetzen
  • Stecker nach Möglichkeit: herstellerspezifisch, Anderson Powerpole (richtig crimpen/dimensionieren, keine Markenwerbung), Schraubklemmen, KFZ-Stecker – Zigarettenanzünder für höhere Dauerströme oft kontaktkritisch; Polarität eindeutig markieren, Verpolschutz nicht als Garantie sehen; bestehende Doppelsicherungen (Plus/Minus) nicht entfernen

Spannungsabfall berechnen

Sicherungen schützen Leitungen

Nahe der Quelle, passend dimensioniert.

  • Die Sicherung schützt primär Leitung/Installation vor Überstrom – so formulieren, nicht „Geräteschutz“ versprechen
  • Bei Akkuversorgung möglichst nahe am Pluspol/der Quelle, damit die Leitung bei Kurzschluss geschützt ist (Akku liefert sehr hohe Ströme; Batteriepole/Kurzschlussrisiko beachten – Werkzeuge/Schmuck fernhalten)
  • Wert nach Herstellerangabe und Kabelbelastbarkeit – keine beliebig größere Sicherung einsetzen, nur damit sie hält
  • Niemals überbrücken

Portabel: Akku & Powerstation

Reichweite braucht Reserven – auch elektrisch.

Akkutypen grob

  • LiFePO4: verbreitet für portable Stationen – BMS, Ladespannung, Stromlimit und Temperatur beachten
  • Blei/AGM: Spannung sinkt mit Entladung stärker – Unterspannungsgrenze des Geräts beachten
  • Laufzeit-Näherung: Kapazität / mittlerer Strom – mit Duty Cycle rechnen (RX/TX-Wechsel; Packet-Radio-Dauerbetrieb anders als Sprache), Solar/PV-Laderegler nur kurz (können selbst stören)

Powerstation & KFZ

  • Powerstation: Ausgangsspannung, Stromlimit, Stabilität, Abschaltautomatik und DC/DC-Störungen prüfen – 12-V-Ausgang ist nicht automatisch echte 13,8 V; USB-C PD nur mit geeignetem Trigger/Wandler, nie direkt ans Funkgerät; keine unsicheren Bastellösungen
  • KFZ: Bordnetz schwankt (laufender Motor über 12 V), Motorstart kann einbrechen/spiken – Gerätebereich beachten, keine Fahrzeugelektrik-Anleitung; Zünd-/Lichtmaschinenstörungen → Funkstörungen →; Masse nur fachgerecht
  • Kurze, ausreichend dimensionierte DC-Masseführung – aber DC-Masse und HF-Masse nicht vermischen; Brummschleifen über Audio/USB-Masse möglich (Störungsdiagnose →)

Häufige Fragen zur Stromversorgung

Kurz beantwortet – Details in den Abschnitten oben.

Brauche ich 12 V oder 13,8 V für CB-Funk?

Meist etwa 13,8 V Nennspannung – maßgeblich ist der Herstellerbereich. Spannung →

Wie viel Ampere braucht mein Funkgerät?

Empfang wenig, Senden deutlich mehr – Maximalwert aus Herstellerangabe. Dimensionierung →

Wie groß sollte das Netzteil sein?

Maximalstrom sicher plus etwas Reserve – Peak ist nicht Dauerstrom. Dimensionierung →

Warum startet mein Funkgerät beim Senden neu?

Typisch Spannungseinbruch unter Last – am Gerät unter TX messen. Spannungsabfall →

Welchen Kabelquerschnitt brauche ich?

Nach Strom, Länge (hin + zurück) und Material – keine Einheitsgröße. Querschnitt →

Wo gehört die Sicherung hin?

Nahe der Quelle, passend zu Kabel und Herstellerangabe – niemals überbrücken. Sicherung →

Kann ein Schaltnetzteil Funkstörungen verursachen?

Möglich, aber nicht zwangsläufig – Akku-Test zur Diagnose. Störungsdiagnose →

Kann ich eine Powerstation verwenden?

Wenn Spannung, Limit, Stabilität und Abschaltung passen. Portabel →

Kann ich LiFePO4 für CB-Funk nutzen?

Ja, verbreitet – BMS, Ladung, Limit und Temperatur beachten. Akkus →

Warum fällt die Spannung beim Senden ab?

U = I × R über Netzteil, Kabel und Kontakte – unter Last messen. Messung →

Weiter mit stabiler Station

Strom ist eine Baustelle von mehreren.

Funkstörungen

Netzteil als Störquelle eingrenzen.

Diagnose →

SWR

Anpassung messen und deuten.

SWR →

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